Bye Bye Show Bizz. Jérôme Savary.

Revue.

Stadttheater Bern.

Radio DRS-2, Reflexe, 16. Dezember 1986.

 

 

(Musik)

 

Uf jede Schauspieler, Sänger, Tänzer, won es Engagement fingt u Karriere macht, chöme zwe, drei, wo's nid schaffe. Ihri Näme fingt me nid ir Zytig, sondern uf der Stämpelliste, und ihren Uftritt isch nid uf der Bühni, sondern im Arbeitsamt.

 

Dene arbeitslose – u dermit ou erfolglose – Theaterlüt gilt d Revue vom Jérôme Savary. Sie zeigt e Namittag im Arbeitsamt vo Paris. D Künstler stö Schlange für nes Engagement. Der Traum vor Hauptrolle hei sie lengsten ufgä. Sie sy jetz bereit, alles z spiele, sogar Statist. Aber ou daderfür sy sie nid gfragt. Der Computer het keni offnige Stellen azbiete. U dermit gheit für e Räste vom Tag d Hoffnig zäme.

 

(Musik)

 

Aber da steit plötzlich eine uf gäge d Resignation:

 

(Musik)

 

Är meint, mi söll hie im Arbeitsamt d Show düregä. Är klatscht i d Händ, u scho schwäbt die graui Wand vor Hoffnigslosigkeit ewäg, u derhinter bout sich es richtigs Theater uf, mit Liecht, Publikum, Orchester...

 

(Musik)

 

Uf däm imaginäre Theater git jetzt jede vo de elf arbeitslose Schauspieler syni Nummere düre, die, won er ir Würklichkeit nid abbringt. Zum Byspiel e Pantomimenummere:

 

(Musik)

 

Anderi wäre gärn Sänger worde:

 

(Musik)

 

D Revue git also ne Querschnitt dür d Laufbahn, die gschytereti Laufbahn vo elf Künstler. Sie verzelle, was se zum Theater zoge het u wärum's mit ihne nid obsi gangen isch. I die Karrieregschichte sy Aspielige u die berüehmte, die erfolgryche Kollege ynegwobe, wie Jean-Pierre Belmondo, Marcel Marceau, Lawrence Olivier, Ursula Andress, Marylin Monroe. Derzu chöme Gags us allne Sparte, bis hi zum japanische Kabuki-Theater:

 

(Musik)

 

Wo der Jérôme Savary "Bye Bye Show Bizz" gschriebe het, isch d Idee gsy, de Mitglieder vo sire Truppe en Art Dänkmal z setze. Jedem von de Fründe het er e Rolle uf e Lyb schriebe.

 

Jetz macht's aber grad die Massarbeit so schwär, d Show dür ne anderi Truppe la nachezspiele, zum Byspiel die vom Stadttheater Bern. Die dütsche Schauspieler müesse ja Schauspieler spiele, wo sie nie gse hei. Das isch schwierig; tuusigmal schwieriger als Lear oder Othello, will das klar umrissnigi, grossi Gstalte sy. Die arbeitslose Schauspieler aber, wo der Savary uf d Bühni stellt, hei nüt Bedütends; es fähle ne mönschlich interessanti Züg, ihri Gschichte glyche sech. Mit andere Wort: d Figure trage d Schauspieler nid, so wie d Revue der Abe nid treit. D Vorstellig isch denn fertig, wenn alli elf Schauspieler mit ihrer Gschicht sy dranne gsy. Wäre's sächs Schauspieler gsy, wär d Uffüehrig halb so lang gange, und am Ganze hätt glych nüt gfählt. Das heisst: Alli Element vor Revue sy beliebig, ustuschbar, zuefällig. Dihr gseht: Sogar we's de Schauspieler glunge wär, ds letzte us sich usezchutzele, ds Stück wär geng no schwach, für nen Erfolg z bringe, wo über Bern usgeit.

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