"einer der meistbeachteten Kritiker im deutschsprachigen Raum"

Schweizer Fernsehen SRF (Juni 2019)  

 

Blick über die Grenze:

Aktuelles Schauspiel in Paris.

Dazu Cottbus, Dresden, Hannover, Wiesbaden, Strassburg.

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Bern, Biel und Solothurn

 

Emil und die Detektive. Fassung von Hanna Müller und Michael Isenberg nach Erich Kästner.

Bühnen Bern.

 

Wir gehen davon aus, dass sich die Theaterleute etwas gedacht haben, ja möglicherweise sogar viel. Es gab Spielplankon­ferenzen, Konzeptionsgespräche. Gegen ein Weihnachtsmärchen wurden gute Gründe vorgebracht. Die Argumente für Erich Kästners Kinderbuchklassiker "Emil und die Detektive" schwangen am Ende eines langen Abwägungsprozesses obenaus. Und wiederum gewann die Fraktion, die sagte: "So, wie wir's bringen werden, ist's ab sieben Jahren zuträglich." Jetzt, wo's die Bühne aufführt, ist die einzige zulässige Frage: "Gefällt's den Kindern?" Da spielt es keine Rolle, dass die Gedanken der Theaterleute den Kritiker weder erreichten noch überzeugten. Es ist völlig unausschlag­gebend, dass er sich langweilte. Seine Reflexionen über die Qualität der Inszenierung sind bloss akademische, um nicht zu sagen: private Spielerei. Denn beim Zielgruppen­theater ist einzig das Urteil der Ziel­gruppe massgebend. – Von befreundeten Eltern um Auskunft gebeten, würde ich antworten: "Siebenjährige sind überfordert. Zehn ist wahrscheinlich das bessere Alter. Aber ich kann euch nicht garantieren, dass sie nicht auch enttäuscht sein werden. Und ihr, so, wie ich euch kenne, werdet die Aufführung lang und flach finden. Aber das ist meine private Meinung. Die Theaterleute wissen wahrscheinlich besser Bescheid. Denn sie haben viel über die Produktion und die Art und Weise ihrer Fassung nachgedacht. Dass sie mich nicht erreichte, sagt nur, dass ich nicht zur Zielgruppe gehöre." Und weil's so ist, fällt nun die professionelle Kritik aus. (Sapienti sat.)

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*** Die Marquise von O. Fassung von Deborah Epstein nach der Novelle von Heinrich von Kleist.

Theater Orchester Biel Solothurn.

 

Wenn die Jury des Berliner Theatertreffens nicht ganz vernagelt ist, steigt sie diesen Winter in Zürich auf die Jurasüdfusslinie um (IC 5) und setzt sich in Biel oder Solothurn in eines der entzückenden kleinen Stadttheater. Dort wird das Schauspiel geleitet von einer Frau (!), und das seit 15 Jahren (!). Ihren Namen Katharina Rupp sollte man, wenn es in der Theaterwelt mit rechten Dingen zuginge, in Berlin ohnehin schon längst kennen. In Biel und Solothurn läuft jetzt, dem Trend gemäss, die "Fassung" (!) einer berühmten Frauengeschichte (!), welche eine Frau (!) erarbeitet und inszeniert hat: Deborah Epstein. Damit ist das Reglement für die Einladung erfüllt. In der "Marquise von O." beschreibt zwar ein Mann, aber immerhin Heinrich von Kleist (!), die ungewollte Schwangerschaft einer Frau (!), und die Darstellerin (!) Antonia Scharl spielt das Drama der Entwürdigung so lebensvoll und nachvollziehbar, dass die Jury nicht um den Schluss herumkommen wird: Vergessen wir die Vorurteile! Die Provinz findet sich weder an der Aare noch an der Spree. Sie befindet sich, wenn schon, in den Köpfen. 

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* Maria Stuart. Friedrich Schiller.

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* Von schlechten Eltern. Fassung von Tilmann Köhler und Felicitas Zürcher nach dem Roman von Tom Kummer. (UA)

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* I Capuleti e i Montecchi. Vincenzo Bellini.

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Brave New Life. Dennis Schwabenland. (UA)

Theater Orchester Biel Solothurn.

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** Don Carlos. Giuseppe Verdi.

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*** Ein Bericht für eine Akademie. Franz Kafka.

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* Kaspar. Peter Handke.

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Ferferi. Vom Ankommen und Fernbleiben. Atina Tabé. (UA)

Theater Orchester Biel Solothurn. > lesen/hören 

 

*** Der talentierte Mr. Ripley. Fassung von Felicitas Zürcher nach dem Roman von Patricia Highsmith.

Bühnen Bern. > lesen/hören 

 

Casanova in der Schweiz. Paul Burkhard.

Theater Orchester Biel Solothurn. > lesen/hören 

 

** Evita. Andrew Lloyd Webber.

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Tuntschi. Eine Häutung. Lydia Haider u.a. (UA)

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** Rose Bernd. Gerhart Hauptmann.

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Nichts geschenkt! Mirjam Neidhart. (UA)

Theater Orchester Biel Solothurn. > lesen/hören

 
Die Sterne

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Spielpläne

> Bern

> Biel/Solothurn

 

Saison 20/21
in Bern, Biel 
und Solothurn

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> Dialog mit Abwesenden 

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