Juditha Triumphans. Antonio Vivaldi.

Szenisches Oratorium.

Helmut Müller-Brühl, Danièle Perrin. Stadttheater St. Gallen.

Radio DRS-2, Reflexe, 30. Januar 1989.

 

 

Die Uruffüehrig z St. Gallen zeigt, dass me das Oratorium im Prinzip ou szenisch cha usebringe, als en Art Opere; aber glychzytig het die Uffüehrig ou zeigt, wie me's als Theater derby nid sött mache. – Wenn nämlich ds Oratorium vom Vivaldi nume einzelni Momente zeigt us der Gschicht vo Judith und Holofernes, nämlich nume die dramatische Schaltstelle vo bsunderer Ydringlichkeit, so het d Inszenierig derfür ds optische Äquivalent nid gfunde; sondern sie het mit der pynliche Detailliebi vom kunstgwärbliche Amateur die einzelne Momente afe usmölele. Derzue het's e Raglete vo Statiste bruucht, wo pantomimisch hei müesse mit ihrne Säble fuchtle oder mit verschränkte Bei uf Sydechüssi absitze, wie sich äbe Klein Max die böse Assyrer mit ihrne Schnäuz vorstellt.

 

D Uffüehrig wär voll dernäbe grate, wenn sie die musikalischi Syte nid hätt grettet. Der Helmut Müller-Brühl mit sym Gspüri für Nuance und Phrasierige het ds Orchester vo St. Gallen so beseelt (i cha's nid anders säge), dass es über sich usegwachsen isch. Musikalisch also en echti Delikatesse, leider aber het sie ds Theater im bluemete Chacheligschirr serviert.

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