La Sonnambula. Vinceno Bellini.

Edgar Kelling. Stadttheater Bern.

Radio DRS-2, Reflexe, April 1987.

 

 

Gschriebe het er se i weniger als zwe Mönet, u me merkt's der Opere ou a. Ds Orchestervorspiel, d Begleitig u d Instrumentierig sy nach der Schablone, Schema F.

 

(Musik)

 

Aber o wenn er's so ring het gno u sech kes Bei usgrisse het – är isch es Genie gsy, der Vincenzo Bellini, u das merkt me der Opere ou a.

 

(Musik)

 

So unterschiedlichi Musiker wie der Chopin u der Wagner hei ne bewunderet, für syni strömende, usdrucksstarke Melodie. Är het de Sänger jedi Müglichkeit gä, der Schmelz vo ihrer Stimm und ihri Gsangstechnik vorzfüehre.

 

(Musik)

 

U ds Stadttheater Bern het jetz i syre Neuinszenierig vor "Sonnambula" alles uf ei Karte gsetzt, uf d Karte vom Belcanto, mit eme sehr guete, wytgehend homogene Sängerensemble und mit em 21jährige Wunderkind Eva Lind, wo dür d Lucia di Lammermoor z Basel wytume bekannt worden isch. Z Bern het sie d Sonnambula gsunge.

 

(Musik)

 

Für d Eva Lind en Erfolg, aber ou en Erfolg für ds Ensemble, für e Chor u für ds Theater. Will es het da nid nume e Star gä z ghöre, sondern ou e Bass mit ungwöhnlich ryche Mittel, der Alfredo Zanazzo.

 

(Musik)

 

Am Schluss vor Opere e Riesenapplaus; 17 Minute lang hei d Berner klatschet, 2 Mal het der ysig Vorhang wieder ufemüesse. Gfyret het me der Triumph vom Belcanto, e Triumph vor mönschliche Stimm, wo souverän alli Schwechine het i Schatte gstellt u la vergesse, die biederi, armseligi Regie vom Edgar Kelling, die unbeholfnigi Mimik vo de Sänger, die uninspirierte Pose vom Chor, d Banalität vom Libretto, die schablonehafte Orchestervorspiel, d Begleitig u d Instrumentierig nach Schema F, all das ufgwoge dür en Enthusiasmus vo de Sänger. Ke grosse Abe also, will z viel derfür gfählt het, aber en Abe, wo eim begeisteret het. U das isch ou öppis wärt.

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