Le Cinesi / Echo et Narcisse. Christoph Willibald Gluck.

Opern.

Herbert Wernicke. Theater Basel.

Radio DRS-1, Regionaljournal Basel, 7 von 7, April 1989.

 

 

Wo mir no i d Schuel gange sy, hei mir vor em Zmorge albe d Gedicht wiederholt, wo der Lehrer het wölle abfrage. Teil Verse sy eifach nid i Kopf, zum Byspiel: "Wär' nicht das Auge sonnenhaft, die Sonne könnt' es nie erblicken." – Ersch als Erwachsnige het me de glehrt, was der Goethe mit dene Zyle het wölle säge: dass me nämlich nume das cha gseh, wo me i sich inne het. – E klassische Spruch; mit ere Kehrsyte. Wenn i nume das cha gseh, won i i mir inne ha, de gsehn i i der Wält um mi ume eigentlich ou nüt anders als mi. De sy mini Frau, mini Kind, mini Fründe eigentlich nume en Art Spiegel, wo uf mi reagiert. Aber wie sie eigentlich sy und für sich, das chan i gar nid gseh.

 

Dass me im andere Mönsch immer nume e Teil vo sich selber gspieglet gseht, das isch d Erkenntnis, wo eim ds Theater Basel e ganze Abe lang vorfüehrt, am Byspiel vo zwone uralte Opere vom Christoph Willibald Gluck. Mi hätt chönne meine, es wärd eim de längwylig, gäng ds glyche Thema vor Augen. Aber der Regisseur Herbert Wernicke het's i tuusig Brächige zerleit, mal truurig, mal absurd, mal komisch, mal verzwyflet - fürezi und hinderzi – u gäng isch usecho: Mi cha i der Welt nume das gseh, wo me scho i sich inne het. Es schwierigs Kapitel. Und ou es truurigs. Aber so, wie's ds Theater Basel zeigt, isch es spannend und amüsant.

 

 

[Absage: Hinweis auf das ausführliche Gespräch in der Abendsendung]

 

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