Tristan und Isolde. Richard Wagner.

Michael Boder, Hans Hollmann. Theater Basel.

Radio DRS-1, Regionaljournal Basel, 7 von 7, 28. Januar 1990.

 

 

 

No sälte isch d Yschetzig von ere Uffüehrig so usenand gange wie bi dere Premiere: e klari Mehrheitsmeinig uf der einte Syte und e glych klari Minderheitsmeinig uf der andere Syte. D Mehrheit isch der Ansicht, "Tristan und Isolde" syg es usserordentlichs Theaterereignis gsy. Und so het’s für ds Sängerpaar vo der Premiere, für d Isolde vo der Sabine Hass und für e Tristan vom Heikki Sinkola enthusiastischi Bravorüef gä wie schüsch nume a Popkonzert. Uf d Sabine Hass sy am Schluss d Bluemestrüss nume so abegrägnet. Mit glückliche Gsichter het d Mehrheit aber ou am Dirigent Michael Boder und am Basler Symphonieorchester stürmisch Applaus gspendet. Wo der Regisseur Hans Hollmann vor e Vorhang isch cho, sy zwöi, drü Buh mit lute Bravorüef zuedeckt worde – für d Mehrheit isch also "Tristan und Isolde" es usserordentlichs Theaterereignis gsy.

 

D Minderheit het gschwiege und am Schluss mit bekümmerete Gsichter d Garderobe ufgsuecht. U da han’se du troffe, Kollege vo der uswärtige Press und e Hampfele Fachwüsseschafter. Ihres Urteil isch vernichtend gsy. Für d Minderheit het der Tristan katastrophal falsch gsunge. D Isolde het schöni Spitzetön gha, aber i der mittlere Lag het sie nid möge gsage. Ds Orchester het erschreckendi Intonationsproblem gha, vor allem bi de Bläser. Der Dirigent het d Uffüehrig nume koordiniert, nid aber d Partitur dürlüchtet und dürdrunge. Und der Regisseur het sich i effektlose Spekulatione verstiege.

 

Für d Mehrheit isch der Basler "Tristan" e klaren Erfolg gsy. Für d Minderheit e klare Flop. Wenn dihr weit wüsse, wo dihr stöht, de müesst dihr sälber ga luege, i sälber cha nech aber d Fahrt uf Basel nid empfähle.

 

 

[Absage: Hinweis auf das ausführliche Gespräch in der Abendsendung]

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