Gullivers Reisen. Jonathan Swift.
Spektakel für alle von Nils Strunk und Lukas Schrenk.
Burgtheater Wien.
Die Stimme der Kritik für Bümpliz und die Welt, 12. Februar 2026.
Wie sich nach dem Aufgehen des Vorhangs zeigt, bedeutet "Spektakel für alle" so viel wie "Familienstück"; und damit ein No-Go für "Die Stimme der Kritik". Die Plattform bespricht nämlich keine Zielgruppen-Aufführungen mehr, seitdem sie die Erfahrung machte, dass ihr zu dieser Art Theater nichts Gescheites einfällt. Demotivierend ist ausserdem, dass sich bei der Wiedergabe epischer Vorlagen in der Regel Szene an Szene reiht, ohne dass Spannung aufkäme. Darum macht die "Stimme" auch einen Bogen um den "Mann von la Mancha". Sie hätte ihn ebenfalls um "Gullivers Reisen" machen sollen. Aber was will man: Irren ist menschlich (Cicero).
Das Publikum kann sagen: "Ich langweile mich", und das Stück so schnell wie möglich vergessen. Der Kritiker muss sagen, warum er sich langweilt, und das ist langweilig, so dass er gegenüber schlechten Stücken mit Sicherheit weniger nachsichtig ist als das Publikum. Die Wunde bleibt offen. Dann muss man bedenken, dass gute Stücke, die das Publikum zu recht begeistern, dem Kritiker oft schlechtes Material liefern – das heisst journalistisch unbrauchbares Material. Ein Stück, das keine Variationen des Typs aufweist, mag an sich interessant sein, ärgert aber den Kritiker, weil es ihm keinen "Aufhänger" bietet.
(Arthur Bingham Walkley: Drei Vorlesungen gehalten vor der Royal Institution, London, Februar 1903.)
Bei den Riesen.
Bei den Kriegern.
Bei den Zwergen.
